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Alex Morrison – Inszenierungen des Rebellischen
Kuratiert von Vanessa Ohlraun

Eröffnung: Freitag, den 6. Mai 2005, 18 - 21 Uhr
Ausstellungsdauer: 07.05. - 18.06.2005
Öffnungszeiten: Dienstag - Samstag, 12 - 18 Uhr
Ausnahmsweise geöffnet: Sonntag, den 8. Mai 2005, 12 - 18 Uhr
Buchpräsentation im MünzSalon: Freitag, den 13. Mai 2005, 20 Uhr

Im Zentrum der künstlerischen Arbeit Alex Morrisons steht die Untersuchung urbaner Strukturen und ihrer Subkulturen. In seinen Dokumentationen jugendlicher Lebensstile, vor allem der Skaterkultur, stellt er die Frage, inwiefern subkulturelle Ausdrucksformen angesichts von Strategien der bewussten (Selbst)inszenierung und ihrer medialen Vermarktung als authentisch bezeichnet werden können. Der Künstler zeigt, wie Bilder von „radikaler“ Subjektivität durch die Medien kommerzialisiert werden, wodurch der Authentizitätsanspruch der Individuen unterminiert wird; gleichzeitig weist er auf die Komplizenschaft der verschiedenen Akteure hin. In seiner Arbeit „Poached“ (2002), zum Beispiel, fotografiert Morrison einen Skatepark, den eine amerikanische Produktionsfirma in Vancouver als Filmset für eine Fernsehserie gebaut hat. Die Aktivität des Filmens und der Inszenierung von jugendlicher Skaterkultur steht im Vordergrund und verdrängt die Aktivität des Skatens, die nur noch eine dramaturgische Funktion inne hat. In ähnlicher Weise zeigt die Arbeit „Open Air Cinema“ (2004) einen Graffiti-Contest, der von städtischen Institutionen in Berlin organisiert wurde, um Kreuzberger Jugendliche in künstlerische Aktivitäten einzubinden. Im Vordergrund der Fotografien Morrisons stehen zahlreiche Kameras, mittels derer der Wettbewerb dokumentiert wird, wobei dieser nunmehr als inszeniert erscheint. In einer weiteren Arbeit, „Housewrecker“ (2002), dokumentiert der Künstler die in Form einer Party ritualisierte Zerstörung eines Hauses durch eine Gruppe Jugendlicher. Morrisons Darstellung dieses Ereignisses offenbart die befangene, performative Beziehung der Individuen zur der Kamera und entlarvt dabei den inszenierten Charakter dieser vermeintlich „rebellischen“ Handlungen. Seine Arbeit suggeriert aber auch ein Verlangen, das politische Potential solcher Handlungen und die Legitimität dieser Form des Protestes zu reklamieren. Morrisons doppelte Position als Beobachter und als Mitglied der Skaterkultur, die sich in „The Patterer's Diary“ (2002) am deutlichsten widerspiegelt, vermittelt seinen Arbeiten eine spannungsreiche Ambivalenz: Einerseits sympathisiert er mit dem dargestellten Lebensgefühl und den ihm zugrunde liegenden politischen Sensibilitäten, andererseits distanziert er sich aber vom theatralischen Verhalten der Protagonisten. Letztendlich zielt seine Kritik aber nicht auf diese Art des Verhaltens selbst, sondern auf die Beschränkungen, denen städtische Jugendliche in den Räumen, in denen sie leben, unterliegen.

Alex Morrison wurde 1971 in Redruth, Großbritannien, geboren und lebt und arbeitet in Vancouver. Seine Arbeiten sind häufig in Kanada, sowie den USA, Großbritannien und Deutschland ausgestellt worden. Einzelausstellungen hatte er unter anderem 2003 im Frankfurter Kunstverein, sowie 2004 in der Contemporary Art Gallery in Vancouver, der Henry Art Gallery in Seattle und dem Künstlerhaus Bethanien in Berlin. Er hat an zahlreichen Gruppenausstellungen teilgenommen, unter anderem 2003 in der Vancouver Art Gallery (“Drawing the World: Masters to Hipsters”) und 2004 im Palm Beach Institute of Contemporary Art (“I Feel Mysterious Today”). Alex Morrison wird von der Catriona Jeffries Gallery in Vancouver vertreten.

Buchpräsentation:
Christina Ritchie, Contemporary Art Gallery, Vancouver, und Nicolaus Schafhausen, Frankfurter Kunstverein, sind die Herausgeber der ersten Publikation von Alex Morrison: “Giving the Story a Treatment” (Lukas & Sternberg, Berlin/New York, 2005). Das Buch wird am 13. Mai um 20 Uhr im MünzSalon, Münzstrasse 23, Berlin Mitte, präsentiert.

Diese Ausstellung wurde ermöglicht durch die Förderung des Department of Foreign Affairs Canada und der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Berlin. Unser Dank geht auch an Waling Boers, Rosemary Heather, Catriona Jeffries, Vanessa Joan Müller, Christina Ritchie, Nicolaus Schafhausen, Sigrid Stoffels und ganz besonders an Alex Morrison.

 

current show at BüroFriedrich
Alex Morrison – Staging Rebellion

Press Photo Library / Credits
All works courtesy of Catriona Jeffries Gallery, Vancouver


Poached , 2002


Open Air Cinema , 2004


Homewrecker , 2001
Ein-Kanal-Videoprojektion
1:54 Min. loop


Housewrecker ,  2002
Fünf-Kanal-Videoinstallation auf DVD

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
     
 
 

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